Fünf vor zwölf: Zeit etwas zurückzugeben

von Uwe Franken

kinder yoga

Es ist Samstag Abend, kurz vor acht. Ich sitze auf meiner Couch, habe die Füße hoch gelegt und bin körperlich total platt. Normalerweise ist das bei Weitem nicht die Uhrzeit um übers zu Bett gehen nachzudenken oder Gefahr zu laufen auf der Couch einzuschlafen und nachts mit schmerzendem Genick aufzuwachen, aber der Tag war einfach zu hart!

Was ist passiert?

Ich hatte schon länger das Bedürfnis mein gemeinnütziges und soziales Engagement nicht mehr nur auf das Teilen und Liken von Greenpeace Posts auf Facebook zu beschränken sondern ich wollte selbst aktiv werden!

Aber wie es so oft ist, es fehlt die Zeit und es fehlte vor allem die zündende Idee. Und so schob ich mein Vorhaben vor mir her bis ich in den Medien immer mehr über die  größer werdende Verschmutzung der Gewässer, hauptsächlich durch Plastikabfälle, las. Da ich so gut wie alle meine sportlichen Aktivitäten draußen in der Natur ausübe und auch viel Zeit auf meinem Stand-up-Paddleboard auf dem Wasser verbringe, kam ich zu dem Entschluss das ein oder andere Gewässer in der Region vom Unrat zu befreien und so der Natur mal was Gutes zu tun die mich sonst  bei all meinen Outdoor-Aktivitäten so gut beherbergt.

In der Hoffnung noch Mitstreiter zu finden veröffentlichte ich mein Vorhaben als Veranstaltung “Season Ending Clean Up” bei Facebook aber es kamen mir dann schnell Zweifel. “Wird sich überhaupt jemand finden der mitmacht?” und ähnliche Gedanken gingen mir durch den Kopf.

Zwei Wochen vor dem geplanten Termin hatte ich dann in meiner alten Heimat in der Nähe von Köln Klassentreffen und habe dort einen Freund aus meiner Kindheit nach 33 Jahren wiedergetroffen. Er ist mittlerweile auch sehr engagiert in Richtung Umweltschutz. Er hat mir in einem längeren Gespräch erzählt, dass er für seine Region extra eine Facebook Gruppe gegründet hat, um sich um die Reinigung der Flüsse und Seen in der Umgebung zu kümmern aber er findet so gut wie keine Interessenten die ihn unterstützten. Aber das stört ihn mittlerweile gar nicht mehr. “Jetzt laufe ich eben alleine an der Wupper entlang und sammle Plastik, Hauptsache ich kann etwas Gutes tun” waren seine Worte.

Nachdem ich seine Einstellung auch für mich übernommen hatte, habe ich meiner „Clean up-Aktion“ sehr viel entspannter entgegen gesehen. Wenn sich keiner findet, paddel ich eben alleine zum Müll sammeln los war von nun an meine Devise.

Für meine Aktion habe ich dann aber doch noch 4 Mitstreiter gefunden! Andrea, Franco, Thorsten und Martin haben mich super unterstützt! Es war sehr cool zu sehen, dass sich auch Andere ernsthaft Gedanken um unsere Natur machen!

Da ich eine Woche vor unserer Aktion noch eine Paddeltour über den Otterstädter Altrhein gemacht hatte und da eigentlich auf den ersten Blick keine riesengroße Verunreinigungen feststellen konnte, hatte ich mich auf ein gemütliches River Cleaning eingestellt. Ich dachte ich werde einen schönen entspannten Tag mit netten Leuten auf dem Wasser verbringen und wir sammeln nebenher ein bisschen Müll ein.

Was uns dann erwartete, war erschreckend! Ich hätte niemals gedacht, dass wir mit 5 Leuten in nur 7 Stunden soviel Müll zusammentragen würden. Von der alten Waschmaschinentrommel über den obligatorischen Autoreifen bis hin zum kaputten Sonnenschirm und natürlich auch viel Plastik in allen Varianten war unsere Ausbeute. Als ich am Ende alles auf einem Haufen gesehen hab war ich schockiert!

Es geht mir einfach nicht in den Kopf, dass Menschen so unachtsam mit der Natur umgehen, obwohl wir doch in den Medien immer mehr sensibilisiert werden. Umso wichtiger finde ich es deswegen auch dem entgegen zu wirken und Müll aus der Natur zu entfernen und hoffentlich auch die Menschen durch solche Aktionen aufmerksam zu machen und im besten Fall bei dem Ein oder Anderen ein Umdenken zu erwirken was Konsum und Umwelt betrifft.

Da wir bei unserem ersten Season Ending Clean Up leider so erfolgreich waren und weil wir auch erst ein Drittel des gesamten Altrheinarms geschafft haben, ist schon Teil 2 geplant. Wir gehen am 20.10.18 wieder aufs Wasser zum Season ending CLEAN UP pt II und werden das große Reinemachen fortsetzen. Und so wie es aussieht werde ich jetzt noch mehr Mitstreiter haben!

Geil!!!

Findest du auch, dass es 5 vor zwölf ist? Dann sei dabei! Du findest meine Facebookveranstaltung zur Clean-up Aktion hier! Ich freue mich über weitere helfende Hände!

Nun hoffe ich, dass ich auch dich ein wenig zum Umdenken motiviert habe! Vielleicht warst du ja auch schon mal bei ähnlichen Aktionen dabei und erzählst mir davon in den Kommentaren.

Viele liebe Grüße,

Dein Uwe

Fotos: Uwe Franken

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By |2018-10-17T13:18:33+00:00Oktober 16th, 2018|Allgemein|1 Comment

About the Author:

Hallo, ich bin Uwe! Geboren in Remscheid, nach Stationen in Köln, Düsseldorf und Varel jetzt in Mannheim lebend. Tier-, Natur- und Sportliebend! Läufer, Biker, Stand-up-Paddler und Yogi!

One Comment

  1. Thorsten Storck
    Thorsten Storck 2. November 2018 at 14:40 - Reply

    Mensch Uwe, bislang dachten alle es läge an der Trockenheit, aber wenn Ihr den ganzen Müll aus dem Rhein geholt habt, ist klar, warum der Wasserstand so gefallen ist ;-)

    Doch im Ernst, ich finde Eure Aktion ganz toll. Ihr gebt ein wunderschönes Beispiel und zeigt, daß die Liebe zur Natur, wie jede wahre Liebe, auch bedeutet sich zu sorgen und sich zu kümmern.

    Bitte macht weiter! Ich hoffe ich kann in Zukunft auch mal dabei sein!

    Viele Grüße,
    Thorsten

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