von Katja Schäfer

Alice im Wunderland

Dieser Artikel ist ein Beitrag zum Blog-Event „Alice im Wunderland“ vom Blogger-Stammtisch im Rhein-Neckar-Kreis. Du findest nicht nur meinen Alice-Artikel sondern kannst dich im Anschluss auf die kreativen Blogs aller Teilnehmer durchklicken.

Jeder kennt sie noch, die schöne Kindergeschichte von Alice im Wunderland. Manchmal wünschen wir uns einen bunt gedeckten Tisch wie bei der Teeparty des verrückten Hutmachers, einen wundervollen Wald mit sprechenden Tieren, die uns den Weg zeigen, und Pilzen, die uns schrumpfen und wachsen lassen. Angetrieben von kindlicher Neugierde und dem sorgenlosen Interesse allem Unbekanntem gegenüber. Ein Märchen also, in dem wir uns treibenlassen und einfach mal entspannen können.
 
Aber sind in der Welt von Alice wirklich alle so entspannt? Schauen wir uns das Wunderland doch mal genauer an.

DAS KANINCHEN MIT DER TASCHENUHR
Alices erste wundersame Begegnung ist die mit dem Kaninchen mit der Taschenuhr. Ständig ist es in Hektik und Eile. Sagt, es muss sich beeilen, sagt immer wieder die Uhrzeit vor sich hin und dass es schon so spät dran sei. Das Kaninchen wirkt ziemlich zerstreut und nervös, was daran liegt, dass es als Verkünder bei der Herzkönigin arbeitet und sich in diesem Job weder einen Fehler erlauben noch zu spät kommen darf. Es ist sehr eingeschränkt und abhängig von seiner Arbeit. Als pflichtbewusster und gewissenhafter Arbeitnehmer trifft das Kaninchen selbst in seiner Freizeit seine Entscheidungen immer zu Gunsten des Jobs.

DIE HERZKÖNIGIN
Später trifft Alice auf die Herzkönigin, eine höchst unangenehmen Person mit fragwürdigen Werten. Sie regiert aggressiv und gewalttätig über das ganze Wunderland, ist immer auf ihren eigenen Vorteil bedacht und liebt es, über andere Macht zu haben. Mitleid kennt sie nicht, und ihre Tobsuchtsanfälle sind gefürchtet. Keiner der Wunderlandbewohner wagt es sich zu wehren, denn dann → „Kopf ab“!!!

NOCH MEHR WUNDERLANDBEWOHNER
Dies sind nur zwei Charaktere von Alice im Wunderland, aber bestimmt kennst du auch noch die andere Figuren wie zum Beispiel die Grinsekatze. Sie zeigt Alice manchmal den richtigen, manchmal aber auch den falschen Weg und ist ihr somit ein schlechter Freund. Oder die Blumen, die Alice als Unkraut bezeichnen und ihr so das Gefühl geben, nicht dazuzugehören. Oder das generelle Herumirren von Alice. So viele verschiedene Eindrücke wirken auf sie ein, machen sie ziellos. Sie weiß nicht, wem sie vertrauen soll. Alles wirkt unsicher – was sich natürlich auch auf Alices Gedanken auswirkt und sie plötzlich nicht mehr weiß, wer sie ist.

Alice im Wunderland

Ziemlich irre, oder? Klingt das für dich nach einem Wunderland? Eher nicht. Es klingt vielmehr nach unserer heutigen Erwachsenenwelt. Das Kaninchen, das unglücklich im Hamsterrad steckt, im System, in dem nur derjenige wertvoll ist, der unter Zeit- und Termindruck steht und scheinbar wichtige Arbeit verrichtet. Und der selbst in seiner Freizeit geschäftliche Dinge erledigt, Emails checkt, etc.

Die Herzkönigin, die tyrannisch ein ganzes Land regiert, ihre eigenen Regeln aufstellt und machtverliebt ist. Wenn wir die Augen öffnen, finden wir leider auch heute noch oder auch heute wieder solche skurile Führungsstile, die dem Regierungsmodell der Herzkönigin doch sehr ähnlich sind.

Und dann ist da Alice, die mit ihrer kindlich-naiven Art in diese Wunderwelt fällt. Neugierig und offen für alles Ungewöhnliche geht sie durch das verrückte Land, aber schließlich stellt sie fest, dass sie kaum beachtet und wenn dann nicht ernst genommen wird. Oft hört ihr einfach keiner zu, da jeder so sehr mit sich selbst beschäftigt ist. Nicht zu vergessen die ständig neuen Reize, Figuren und Ansichten, die auf sie einprasseln.

Kommt dir das bekannt vor?

Dass Alice während ihres Besuchs im Wunderland nicht ausrastet angesichts dessen, was sie dort erlebt, ist beeindruckend. Aber wie macht sie das? Sie lässt sich einfach nicht beirren, sie bleibt stets höflich, ruhig und hilfsbereit. Ganz unbedarft hört sie den Bewohnern zu und lernt mit der Zeit das Wunderland immer besser kennen und kann es auch etwas verstehen. Nach und nach wächst ihre Persönlichkeit, und sie gewinnt an Selbstvertrauen.

Trotzdem: Als Alice am Ende der Geschichte aufwacht, merkt sie, dass das Wunderland nur ein Traum war und sich alles nur in ihrer Fantasie abgespielt hat. Sie ist sichtlich erleichtert, dass sie noch eine Weile Kind sein darf.

Alice im Wunderland

Aber was ist mit uns? Wir können nicht einfach aufwachen, wir müssen in dieser Welt leben. So verrückt sie auch manchmal ist. Wir müssen uns zurechtfinden, uns durchsetzen, ein lebenswertes Leben führen. Und dabei ganz wichtig: Wir dürfen uns darin selbst nicht verlieren.

Also was können wir uns von Alice abgucken?

Es ist hilfreich, sich in stressigen Situationen ein gewisses Maß an Gelassenheit zu bewahren und allen noch so skurrilen Kreaturen unvoreingenommen zu begegnen. Genau wie Alice sollten wir keine Vorurteile haben und mutig sein, reflektiert handeln und uns Neuem gegenüber offen präsentieren.

Ganz schön viele positive Eigenschaften, die Alice da hat, nicht wahr?
Ich glaube, in ihr steckt ein echter Yogi – findest du nicht auch?

Yoga verkörpert all diese Werte und Eigenschaften. Ein Teil der Yoga-Lehre ist die Achtsamkeit. Das heißt, bewusst im jetzigen Moment zu leben. Schau nicht zurück in die Vergangenheit, sie ist vorbei, du kannst sie nur akzeptieren. Schau nicht zu weit in die Zukunft, du weißt nicht, was kommt. Du kannst nur offen für das sein, was kommen wird. Bleibe bewusst und achtsam in der Gegenwart, hier kannst du handeln, etwas bewirken, deine Energie sinnvoll nutzen, entspannen und genießen. Genau wie Alice!

Wie du Achtsamkeit üben kannst, wenn die Welt um dich herum mal wieder viel zu verrückt ist und du den Boden unter den Füßen zu verlieren drohst, möchte ich dir jetzt zeigen.

Hier ist mein Notfallplan:

STOP – MACH EINE PAUSE
Wenn du merkst, alles um dich herum passiert viel zu schnell und du nicht weißt, was du als nächstes tun sollst, gehe einen großen Schritt zurück. Halte inne und betrachte die Situation aus einer Perspektive, die etwas weiter weg ist.

ATME TIEF DURCH
In Stresssituationen ist deine Herzfrequenz erhöht, und Stresshormone werden ausgeschüttet. Aktiv kannst du keinen Einfluss auf deinen Herzschlag nehmen, selbst wenn du sagst „Herz, schlage langsamer“. Was du tun kannst, ist, dich auf deine Atmung zu konzentrieren. Wenn du ganz bewusst langsam und tief in den Bauch ein- und ausatmest, wirkt sich das unterbewusst auf dein Herz aus. Es beruhigt sich, schlägt langsamer und lässt dich entspannen. Vielleicht fällt es dir schwer, das zu glauben und vielleicht klappt es beim ersten Mal nicht auf Anhieb, aber je öfter du übst, desto besser gelingt es dir über die Atmung dein Stresslevel zu senken.

ERDE DICH
Wenn du in Situationen gerätst, in denen du nicht mehr weißt, wo oben und unten ist: Schließe die Augen und erde dich. Vielleicht klingt das jetzt etwas zu esoterisch für dich, aber ernsthaft, probiere es aus! Stelle dich aufrecht hin, schließe deine Augen und spüre mit deinen Füßen den Boden, auf dem du gerade stehst. Ganz bewusst. Spüre die Kraft der Erdanziehung, wie sie dich körperlich runterbringt. Lasse sie einige Zeit wirken, atme weiter und spüre, wie auch dein Geist sich langsam beruhigt und runterkommt. Verweile hier einen Moment. Öffne dann langsam wieder deine Augen.

Alice im Wunderland

HÖR DIR ZU
Nun hast du einen Zustand erreicht, in dem du deine innere Stimme wieder hören kannst.
Achte auf diese Stimme, höre ihr ganz genau zu! Sie sagt dir, was du brauchst und wann du es brauchst. Was dir wichtig ist und nach welchen Werten du leben willst. Sie verhindert, dass du Dinge tust, nur weil sie von dir erwartet werden. Sie hilft dir, bei dir zu bleiben.

ÜBE YOGA
Zum Schluss noch ein paar Worte zu den körperlichen Übungen der Yoga Praxis, den Asanas. Sie trainieren deine Kraft, deine Flexibilität und deine Balance. Durch regelmäßiges und bewusstes Üben kann Yoga dir dabei helfen, Standfestigkeit, Durchhaltevermögen und Ausgeglichenheit nicht nur körperlich, sondern auch mental in deinem Leben zu integrieren und zu verbessern.

Spätestens, wenn dein Leben das nächste Mal einen Ausflug in Alices verrückte Welt macht oder jemand um dich herum „Kopf ab!“ schreit, solltest du kurz innehalten und überlegen, ob du wirklich mitkommen bzw. mitmachen willst. Die besten Werkzeuge, damit du deine eigene Stimme hören kannst, hast du nun von mir bekommen.

Versuche es und nutze sie!
Sei ein bisschen mehr Alice! 😉

Viele liebe Grüße
Deine Katja

PS: Wenn wir achtsam mit uns selbst und mit anderen umgehen, werden wir ganz nebenbei auch eine bessere Welt schaffen. Davon bin ich überzeugt.

Alive im Wunderland

Diesen Artikel habe ich für meine Teilnahme beim Blog-Event „Alice im Wunderland“ vom Blogger-Stammtisch „Zuckerimsalz goes coffee“ im Rhein-Neckar-Kreis geschrieben. Hier findest du jetzt auch die Links zu allen teilnehmenden Blogs. Meine Blogger-Kolleginnen sind nicht nur verrückt, sondern auch echt kreativ! Klick dich durch!

Alice im Wunderland

Steffi von Zum Kaffee dazu
Steffi liebt Kaffee. Sie schreibt auf ihrem Blog übers Backen und genießt das Ergebnis ihrer „Küchenanstrengungen“ gerne mit einer großen Tasse Kaffee und netter Gesellschaft. Sie möchte dich zum Nachmachen motivieren oder dir einfach nur Lust auf leckeres Dessert mit einer Tasse Kaffee machen.
Lies hier Steffi’s Beitrag zum Blog-Event „Alice im Wunderland“

Alice im Wunderland

Anne von Wolkenfees Küchenwerkstatt
Anne blogt über Essen, egal ob süß, herzhaft oder gesund.
Mit ihren Ideen nimmt sie dich mit auf eine lange kulinarische Reise!
Lies hier Anne’s Beitrag zum Blog-Event „Alice im Wunderland“

Alice im Wunderland

Sonja von Die Foodalchmistin
Sonja ist Gestalterin für visuelles Marketing und bezeichnet sich selbst als einen Genussmenschen. Gutes Essen, ein Glas Wein und nette Gesellschaft ist für sie ein Muss im Leben. Sie verrät dir auf ihrem Blog ihre Lieblingsleckereien und gibt dir Dekotipps. Ihr Motto: Genuss ist das halbe Leben!
Lies hier Sonja’s Beitrag zum Blog-Event „Alice im Wunderland“